Wichtel-Tipps

Wichtelgeschichte Rechts-Links: 3 Geschichten zum Vorlesen

Rechts-Links-Spiel zu Weihnachten: Anleitung in fünf Sätzen und drei neue Wichtelgeschichten zum Vorlesen, für Heiligabend, das Büro und für Kinder.

10. September 2026
10 Min. Lesezeit
von Wichtelplan Team

Beim Rechts-Links-Spiel sitzen alle im Kreis und halten ein Päckchen in der Hand. Eine Person liest eine Geschichte vor, und jedes Mal, wenn „rechts“ fällt, wandern alle Päckchen einen Platz nach rechts, bei „links“ nach links. Wer am Ende der Geschichte ein Päckchen in der Hand hat, darf es auspacken und behalten.

Unten findest du drei neue Wichtelgeschichten, die du sofort vorlesen kannst: eine für Heiligabend mit der Familie, eine für die Weihnachtsfeier im Büro und eine kurze für Kinder. Alle Richtungswörter sind fett gedruckt, damit du beim Vorlesen nicht über sie stolperst.


Spielanleitung in fünf Sätzen

  1. Alle setzen sich in einen Kreis, jede Person hält ein eingepacktes Geschenk.
  2. Vorher einmal klären: „Rechts“ heißt zum Nachbarn auf deiner rechten Seite, „links“ zum Nachbarn auf der linken Seite.
  3. Die vorlesende Person liest langsam und macht nach jedem fett gedruckten Wort eine kurze Pause.
  4. Bei jedem „rechts“ oder „links“, auch versteckt in Wörtern wie „Rechtsanwältin“, geben alle ihr Päckchen sofort in diese Richtung weiter.
  5. Nach dem letzten Satz behält jede Person das Päckchen, das sie gerade hält, und es wird reihum ausgepackt.

Unter jeder Geschichte steht, wie oft „rechts“ und „links“ vorkommen. Die Differenz sagt dir, wie viele Plätze jedes Päckchen am Ende weitergewandert ist. Ist die Differenz 0 oder genau so groß wie eure Runde, hält am Ende jeder wieder sein eigenes Geschenk. Dann sag nach dem letzten Satz einfach noch einmal „rechts“.


Geschichte 1: Heiligabend bei Familie Brandt

Um halb vier am Heiligabend stand fest: Der Baum war schief. Papa trat einen Schritt zurück, legte den Kopf nach links und sagte: „Der ist gerade.“ Mama legte den Kopf nach rechts und sagte: „Der kippt.“

Also wurde gedreht. Erst ein Stück nach rechts, dann zu weit, dann zurück nach links, dann wieder nach rechts. Am Ende stand der Baum genau wie vorher, und die Familie einigte sich darauf, dass er Charakter hat.

Um vier kam Opa Heinz. Er parkte, wie er immer parkt: zwei Reifen rechts auf dem Bordstein, die Stoßstange halb in der Einfahrt der Nachbarn. Herr Kowalski winkte vom Fenster links neben seiner Haustür, wie jedes Jahr leicht vorwurfsvoll. Opa trug eine Tüte, auf der in Großbuchstaben NICHT REINSCHAUEN stand. Mia schaute sofort rein. Socken, wie jedes Jahr. „Die mit den Rentieren sind für links, die mit den Sternen für rechts“, erklärte Opa, als stünde das so in der Bibel.

Hinter ihm kam Tante Ulla, Rechtsanwältin und die einzige in der Familie, die beim Wichteln eine Quittung verlangt. Sie stellte ihre Plätzchendose ganz links auf die Anrichte, damit niemand drankommt. Zehn Minuten später war die Dose halb leer, und alle Verdächtigen hatten Puderzucker am Pullover.

Dann fiel auf, dass der Senf fehlte. Ohne Senf kein Kartoffelsalat, ohne Kartoffelsalat kein Heiligabend. Papa fuhr los, bog an der Ampel links ab, dann rechts, dann noch mal links, dann wieder rechts, und merkte, dass der Supermarkt die ganze Zeit rechts neben der Ampel gelegen hatte. Er kam zurück mit Senf, Teelichtern und einer Packung Wunderkerzen, die niemand bestellt hatte.

Beim Essen saß Opa rechts neben Mama, weil er da seit 1987 sitzt. Tante Ulla saß rechts von Opa, um ihn im Blick zu behalten. Der Hund lag links unter dem Tisch, weil dort am meisten runterfällt. Mia ist Linkshänderin und stieß wie jedes Jahr mit Opas Ellbogen zusammen, sobald es Würstchen gab. Niemand tauschte die Plätze. Das gehört dazu.

Nach dem Essen durfte Jonas, acht Jahre alt, die Geschenke verteilen. Er las „Für Mama“ und gab das Päckchen Opa. Er las „Für Ulla“ und warf es aufs Sofa, ganz nach rechts. Tante Ulla legte Widerspruch ein, formal und rechtsverbindlich. Jonas ignorierte ihn. Das dritte Päckchen schob er links unter den Tisch, weil der Hund so interessiert schnupperte. Es waren Opas Socken.

Dann rief Oma Ilse per Video an und wollte wissen, ob der Baum gerade steht. Papa drehte das Handy schnell ein Stück nach rechts, sodass man nur die Spitze sah. „Kerzengerade“, sagte er.

Zum Schluss sangen alle „Stille Nacht“, Opa eine halbe Strophe zu früh, Mia eine Terz zu hoch, und der Hund bellte zweimal nach links zum Fenster, wo draußen die Wunderkerzen zischten.

Und jetzt gebt eure Päckchen ein letztes Mal weiter, nach links, und packt aus. Frohe Weihnachten.

In dieser Geschichte: 14-mal „rechts“, 12-mal „links“. Jedes Päckchen landet am Ende zwei Plätze weiter rechts.


Geschichte 2: Die Weihnachtsfeier im Büro

Die Weihnachtsfeier sollte um 16 Uhr beginnen. Um fünf nach vier stand fest, dass der Beamer im Besprechungsraum nicht mit dem Laptop reden wollte. Ben aus der IT drehte den Stecker nach links, dann nach rechts, dann wieder nach links, zog ihn raus, pustete hinein und steckte ihn wieder ein. Es funktionierte. Niemand weiß, warum.

Die Kolleginnen aus der Rechtsabteilung kamen pünktlich und setzten sich wie jedes Jahr ganz nach rechts, mit Blick auf die Tür. Frau Okafor aus der Buchhaltung brachte Glühwein in drei Thermoskannen. Die links war mit Alkohol, die rechts ohne, und bei der in der Mitte wusste sie es selbst nicht mehr.

Tim aus dem Controlling hatte natürlich eine Tabelle angelegt. Spalte links: Name. Spalte rechts: Anzahl Becher. Spalte ganz rechts: Bemerkungen, zum Beispiel „hatte schon drei“ oder „behauptet, es sei die ohne“.

Dann hielt der Chef seine Rede. Er hatte sie auf zwei Karteikarten geschrieben: Die eine steckte in der Brusttasche links, die andere in der Hosentasche rechts. Die erste fand er. Die zweite nicht. Er improvisierte, bedankte sich bei allen, einschließlich zweier Leute, die vor einem Jahr gekündigt hatten, und bekam den längsten Applaus seit Jahren.

Nina aus dem Vertrieb war gerade aus London zurück und erzählte allen vom Linksverkehr. Beim Rechtsabbiegen sei sie jedes Mal auf der falschen Spur gelandet, und im Mietwagen habe sie zwei Wochen lang nach rechts gegriffen, um zu schalten, und jedes Mal die Tür erwischt. Auf den Rolltreppen der U-Bahn stehe man dagegen rechts, das habe sie bis heute nicht verstanden. Ben nickte, als hätte er das schon geahnt.

Mitten in der Feier sprang im Flur der Drucker an, der links neben der Kaffeemaschine steht, und druckte ungefragt 40 Seiten Reisekostenabrechnung. Keiner hatte etwas gedruckt. Ben ging hin, drückte links am Display auf Abbrechen, schaute den Drucker lange an und kam mit den Worten zurück: „Der macht das manchmal.“

Kollegin Sandra war aus dem Homeoffice zugeschaltet. Ihr Laptop stand rechts am Rand vom Tisch, und sie sah die Feier fast nur von unten, vor allem Bens Ellbogen. Hinter ihr sah man links im Bild ihren Kater, der eine Christbaumkugel durchs Wohnzimmer jagte. Wer mit ihr reden wollte, musste sich nach links zum Mikrofon beugen. Trotzdem gewann sie das Quiz.

Um halb sieben schaltete die Zeitschaltuhr das Licht aus, wie jeden Abend. Im Dunkeln suchte jemand den Schalter links neben der Tür, fand ihn nicht und probierte es rechts. Dort war nur der Feueralarm. Er drückte zum Glück nicht.

Als das Licht wieder an war, standen alle schon im Mantel. Bevor ihr auch geht: Gebt eure Päckchen noch einmal weiter, nach rechts, dann nach links und, weil es so schön war, noch einmal nach rechts. Frohe Weihnachten und schöne Feiertage.

In dieser Geschichte: 14-mal „rechts“, 12-mal „links“. Jedes Päckchen landet am Ende zwei Plätze weiter rechts.


Geschichte 3: Wichtel Wim sucht seine Mütze (für Kinder)

Wichtel Wim wachte auf und merkte sofort: Seine rote Mütze war weg. Er schaute nach links. Da lag nur sein Kissen. Er schaute nach rechts. Da schlief die Katze. Er schaute noch einmal nach links, ganz genau. Wieder nur das Kissen.

„Hast du meine Mütze gesehen?“, fragte Wim. Die Katze zeigte mit dem Schwanz nach links. Also lief Wim nach links, durch die Küche, bis zum Mauseloch. „Meine Mütze?“, fragte Wim. Die Maus kratzte sich am Ohr, überlegte und zeigte nach rechts. Ganz sicher rechts.

Wim lief nach rechts, so schnell er konnte, immer weiter nach rechts. Unterwegs fand er einen Handschuh rechts vom Sofa und eine Socke links unter dem Teppich, aber keine Mütze.

Draußen vor dem Fenster stand der Schneemann. „Ist meine Mütze links?“, rief Wim. Der Schneemann wackelte mit der Nase. „Ist sie rechts?“ Wieder Wackeln. „Ist sie vielleicht links und rechts?“ Der Schneemann wackelte so doll, dass ihm fast die Nase abfiel. Das hieß: weiß ich nicht.

Wim hüpfte nach links. Wim hüpfte nach rechts. Dann noch mal nach links, weil Hüpfen beim Nachdenken hilft.

Da kicherte jemand. Es war die Eule, ganz links oben auf dem Schrank. Sie drehte den Kopf nach links und nach rechts, so wie Eulen das können. „Wim“, sagte sie, „schau mal in den Spiegel.“

Wim lief zum Spiegel, der rechts neben der Tür hängt. Und da sah er sie: Die rote Mütze saß auf seinem Kopf. Die ganze Zeit schon.

„Dann kann ich ja jetzt Geschenke verteilen“, rief Wim. Und alle Kinder geben ihr Päckchen weiter: einmal nach links, dann nach rechts und noch einmal nach rechts.

In dieser Geschichte: 13-mal „rechts“, 12-mal „links“. Jedes Päckchen landet am Ende einen Platz weiter rechts.


Tipps zum Vorlesen

Tempo: Lies langsamer als sonst und mach nach jedem Richtungswort eine Pause von ein bis zwei Sekunden. Das Weitergeben dauert länger, als man denkt, vor allem bei großen Päckchen. Wenn noch jemand mit zwei Päckchen auf dem Schoß kämpft, wartest du.

Wer liest: Am besten eine Person, die nicht mitspielt. Wer gleichzeitig liest und weitergibt, verliert schnell die Zeile. Spielt die vorlesende Person doch mit, legt sie ihr Päckchen auf den Tisch vor sich, und die Nachbarn nehmen es sich selbst.

Anzahl Runden: Eine Geschichte reicht für eine Runde. Zwei Geschichten hintereinander funktionieren, wenn ihr dazwischen kurz Pause macht. Ab der dritten lässt die Konzentration spürbar nach, und es wird mehr gestritten als gelacht.

Probelauf: Lies vorher einmal „rechts“ und einmal „links“ als Übung. Danach weiß jeder, in welche Richtung er geben muss, und der erste Absatz der Geschichte geht nicht im Chaos unter.

Verzählen ist normal: Irgendwer verpasst immer ein Wort, und dann liegen bei einer Person zwei Päckchen. Nicht korrigieren, einfach weiterlesen. Am Ende tauscht die Person mit zwei Päckchen eins an jemanden ohne.

Variante für kleine Kinder: „weiter“ und „zurück“

Viele Kinder im Kindergartenalter verwechseln noch links und rechts. Dann ersetzt du beim Vorlesen jedes „rechts“ durch „weiter“ und jedes „links“ durch „zurück“. Vorher legst du fest, in welche Richtung „weiter“ geht, zum Beispiel immer zum Weihnachtsbaum hin.

Für Kinder, die links und rechts gerade lernen, hilft ein Stück Geschenkband ums rechte Handgelenk. Dann reicht ein Blick aufs Band. Spielt mit Kindern immer mit einem Päckchen pro Kind, damit niemand am Ende mit leeren Händen dasitzt. Mehr Ideen für Familienrunden findest du in Wichteln mit Kindern.

Wer lieber würfelt statt vorliest, findet Regeln und Varianten im Artikel Wichteln mit Würfeln. Und wenn eure Runde dieses Jahr klassisch wichtelt, mit geheim ausgelosten Paaren und Geschenken für eine bestimmte Person, geht das per Link ohne Zettel und ohne Konto.

Häufige Fragen

Wie lange dauert das Rechts-Links-Spiel?

Eine Geschichte mit rund 400 Wörtern dauert vorgelesen etwa vier Minuten, mit den Pausen fürs Weitergeben. Mit Auspacken solltet ihr pro Geschichte eine Viertelstunde einplanen.

Muss jede Person ein Geschenk mitbringen?

Nein. Ihr könnt auch mit einem einzigen Päckchen spielen, das während der Geschichte im Kreis wandert. Wer es am Ende hält, darf es behalten. Für Kinder ist die Version mit einem Päckchen pro Kind besser, sonst gibt es nur einen Gewinner und viele Enttäuschte.

Ab welchem Alter können Kinder beim Rechts-Links-Spiel mitmachen?

Viele Kinder unterscheiden links und rechts erst im Grundschulalter sicher. Für Jüngere ersetzt ihr die Richtungswörter durch weiter und zurück, dann können schon Kindergartenkinder mitspielen.

Wie viele Leute braucht man für das Rechts-Links-Spiel?

Ab vier Personen funktioniert es, richtig lustig wird es ab sechs. Bei mehr als 15 Personen bildet ihr besser zwei Kreise mit je einer vorlesenden Person, sonst geht im Durcheinander die Hälfte der Wörter verloren.

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